Hallo! Ich bin Chris Kroiss.

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BLOG

Liebe, Kunst und Klasse

20.1.2024

Malerei für Alle!

Es ist Freitag, der 19. Jänner. Gleich beginnt unserer Gruppenausstellung im coffeesheep, ein kleiner, feiner Laden für guten Kaffee auf der Schönbrunner Straße. Ich spanne gedanklich den Bogen ein gutes Jahr zurück.

Es ist Winter gewesen und irgendwie hat mich alles genervt. Wie so oft im Winter. Mir war ein bisschen langweilig in meinem Atelier. Auch wenn uns während des Studiums immer erklärt wurde, dass die Malerei ein einsames Unterfangen ist, konnte ich mich mit dem Gedanken nicht ganz anfreunden, von nun an, seit ich mein Diplom hatte, alleine im Atelier zu prokrastinieren.

Um ganz ehrlich zu sein dachte ich: „Wie willst du als Künstler:in etwas Interessantes zu Stande bringen, ohne irgendwie das Leben in dein Atelier zu holen?“ Natürlich braucht es zum Malen das Alleine sein! Manchmal… Aber dieser krampfhafte Drang zu arbeiten, das Depressiv-sein, all diese Klischees, die über Maler:innen existieren, all die Ideen über das Künstler:in sein, die nach wie vor in den Köpfen herum spuken, die haben mich schon immer total gelangweilt.  

Und dann kam mir die Idee Kunstkurse anzubieten. Zuerst über die Wiener Volkshochschule. In einem dieser Kurse saßen 2 junge Frauen, die genauso wie ich in Sozialberufen arbeiten. Und einen Faible hatten fürs Malen und Zeichnen. Als die Kurse an der Volkshochschule vorbei waren lud ich die Mädels ein, in mein Atelier zu kommen und dort einen weiteren Malerei-Kurs zu machen. Es kamen noch mehr Frauen* dazu. Manche gingen wieder, waren nur ein paar Mal dabei, aber das ist OK. Schöne Nachmittage und Abende hatten wir! Nathalie und Fiona sind übrig geblieben und Freundinnen geworden. Und auch wenn sich die Beiden beruflich nicht mit Kunst befassen verbindet uns die Liebe zum Zeichnen und Malen.

Ich freu mich, dass sie bei mir etwas über Malerei gelernt haben. Und ich freue mich, dass ich von ihnen gelernt habe. Die Beiden beim Arbeiten zu sehen, das hat mich auch wieder daran erinnert, wie es sich für mich angefühlt hat, als ich begonnen hab an der Kunsthochschule zu studieren. Dass das Malen so einfach ist. Warum sollte es kompliziert sein? Dass es Spaß macht. Und dass ich Malerei einfach liebe.

Es ist mir immer total auf die Nerven gegangen, dass die bildende Kunst so elitär ist. Es gibt Statistiken darüber, dass kaum Leute aus der Arbeiter:innen-Schicht an der Akademie der bildenden Künste studieren. Schon während dem Studium hab ich gespürt, wie abgehoben das alles ist.

Künstlerisch hat mir auch immer das Zeug am besten gefallen, dass anti-autoritär und anti-elitär gewesen ist. Ich bin ein Punk und natürlich finde ich bad painting gut. Aber Vieles in der bildenden Kunst ist einfach nur Show, bloß Attitüde. Dabei stecken wir in Mitten multipler Krisen. Unser Planet stirbt. Es herrscht ein Krieg in Europa. Rechtsextreme sind auf dem Vormarsch. Geht sich das noch aus? Als Künstler:in alles auf einer Meta-Ebene zu begreifen, sich abzugrenzen von der Realität und in den Elfenbeintürmen des Bildungsbürgertums Themen in einer Sprache zu diskutieren, die an der Lebensrealität der allermeisten Menschen komplett vorüber geht? Ist es noch OK alles zu ironisieren? Auf Tik Tok und Instagram herum zu kaspern? Wo zur Hölle haben wir uns da alle gemeinsam hineinmanövriert?

Irgendwie hab ich überhaupt keine Lust auf all das. Ich finde aber, dass herum labern, sich beschweren und alles kritisieren auf Dauer überhaupt niemanden hilf.

Deshalb mache ich einfach das was ich gut finde und es ist schön, wenn Leute mit machen wollen, dass Leute dabei sind, wenn ich sage:

Malerei für Alle!

Malerei ist bei mir eine soziale Praxis.

Das Malen und das Anschauen von Bildern ist nichts, das elitär sein sollte. Es sollte für jede* und für jeden* sein. Und darum mache ich die Kunstkurse und darum freuts mich total, wenn dann aus so einem Kurs eine Ausstellung entsteht, wie die, die nun im coffee sheep in der Schönbrunner Straße 75 zu sehen ist.

Und wenn auch Du einen Kurs bei mir machen magst, kannst du dich gerne hier anmelden: 😊 VHS Wiener Urania

21.11.2023

Diese dumme Liebe

Ich sitze in einem Wiener Café und starre den Lampenschirm an. Schick ist der. Ich habe ewig nicht geschrieben. Zumindest fühlt es sich so an. Mein kleiner Ausflug ins österreichische Schulsystem war zeitintensiv. Ich hatte die vergangenen Monate das zweifelhafte Vergnügen, den Schulalltag noch einmal zu erleben. Als Lehrerin. Leider ist Schule nach wie vor geprägt von Autoritätsglauben und hierarchischen Denken. Diese Dinge verrotten keineswegs in der Mottenkiste des österreichischen Bildungssystems. Sie sind vital und wuchern lebendig vor sich hin.

Aber zu meinen Erfahrungen mit dem österreichischen Bildungssystem ein andermal. Seit dem Sommer brennt mir ein Text unter den Nägeln, den ich noch nicht geschafft habe zu schreiben. Mein Blog-Experiment heißt „Liebe, Kunst und Klasse“. Ich habe über Kunst und ich habe über Klasse geschrieben.

Über Liebe noch kein Wort. Vielleicht ist es nun an der Zeit genau das zu tun. “Give me your stupid love“, trällert mir Lady Gaga in die Ohren. Die Frage die dieser Text stellt:

Ist Liebe dumm?

Diese dumme Liebe. Video, © Chris Kroiss, Sommer 2023

Ich sitze nun schon seit einigen Jahren auf der Ersatzbank und werde nicht eingewechselt. Um es mit den Worten der deutschen Autorin Katja Kullmann zu sagen, „am Spielfeldrand der Liebe“. Ich beobachte, was am Spielfeld so passiert. Wer wem zupasst, welche Bälle versenkt werden und wie oft beim Elfmeter schießen einer daneben geht. Also aus der Beobachtungsperspektive schaut Liebe ziemlich dumm aus …

Was mich immer wieder wundert ist, wie Frauen* von vernunftbegabten Individuen, die tolle Jobs, eigene Wohnungen und zufriedenstellende Leben haben plötzlich zu bedürftigen, wimmernden, kleinen Vögelchen mutieren, die heulend zu Hause hocken und in aktiven Momenten wie 1 ausgehungerter, depressiver Aasgeier um die verwesende Frage kreisen: Warum schreibt er mir nicht zurück?

Die toughste Feminist*in ist verliebt plötzlich bereit Unmengen an Mental Load auf ihr Haupt zu laden, um dem minderbemittelten 0815 Hetero-Mann ihrer Wahl unzählige Hilfestellungen zu liefern, damit er herausfindet, wie er sich denn tatsächlich fühlt. Mit der Frau*, seinem Leben, dem Beruf. Was auch immer das Männerherz belastet, sie ist da. Sie hört zu. Sie trägt und erträgt.

An dieser Stelle sei erwähnt: Lieber Mann*, der du diesen Text liest, solltest du dich mit „minderbemittelter 0815 Hetero-Mann“ nicht angesprochen fühlen, dann solidarisiere dich bitte auch nicht mit dieser Gruppe. Du gehörst nicht dazu. Solidarisiere dich lieber mit Frauen*. Oder irgendeiner anderen Minderheit, die es noch nicht geschafft hat, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Wir brauchen dich! Ironie beiseite, ich meine das ganz ehrlich: Jeder feministische Mann*, dem es wirklich ein Anliegen ist, dass Männer* und Frauen* gleichberechtigt werden, ist ein Gewinn für den Feminismus! Das ist meine Meinung. Natürlich muss schon eine Ernsthaftigkeit dahinter sein! Sich auf Tinder ins Profil zu schreiben „I’m a feminist“ um mehr Mädels abzuschleppen oder zu Halloween als Ken verkleidet auf der Party deines Dates aufzutauchen reicht leider noch nicht, um wirklich ein Feminist zu sein. Sorry. Versuchs weiter! Wenn du allerdings weißt, was mit „emotionaler Arbeit“ gemeint ist, dann bist du schon ganz gut unterwegs!

Die elende Emotionsarbeit.

Da werden Ohren abgekaut. Es wird sich am Busen ausgeheult (wie früher bei Mutti). Sätze werden gewendet und gedreht. Die Syntax gedehnt. Genauso wie die Geduld der Frauen*, die die Emotionsarbeit seit Jahrhunderten verrichten. Erstaunlicher Weise scheinen die Dehnungsstreifen auf ihrer Geduld viele Frauen* nicht im Geringsten zu stören. Und obwohl viele Frauen* sich spätestens mit Anfang 30 viel Mühe geben, den „Mann* der Träume“ zu finden und zu halten, lässt sie die „wahre Liebe“ dann oft genauso hängen, wie ihr Bindegewebe. Da hilft auch diese tolle Leggings, die Kim Kardashian erfunden hat, nicht mehr viel.

Im vergangenen Sommer habe ich in der Kim Kardashian der Wiener Zeitungen, dem Falter ***, einen Artikel gelesen. Da ging es um die Studie einer US-amerikanischen Wissenschaftlerin, Marcia C. Inhorn. Der Artikel plädierte dafür, dass Frauen* sich mit weniger gebildeten Männern* abgeben sollten. Es ist augenscheinlich nach wie vor so, dass Frauen* tendenziell Partner wählen (möchten) die bessere Bildungsabschlüsse als sie selbst haben. Ich frage mich, woran liegt das? Ich denke, eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Frauen* um ihre Benachteiligung im Patriarchat sehr genau Bescheid wissen. Der Heiratsmarkt ist für viele Frauen* nach wie vor lukrativer als die freie Wirtschaft. Immerhin ist allseits bekannt, dass Frauen* für die gleiche Arbeit weniger verdienen. In Österreich ist der Unterschied besonders eklatant. Der sogenannte „Gender Pay Gap“ also der Unterschied in Prozent zwischen der Entlohnung der Geschlechter liegt hierzulande bei 18,8 %. Selbst top ausgebildete Frauen* dürften sich diesem kollektiven, weiblichen Wissen um die eigene Benachteiligung nicht entziehen können. Was eine Erklärung dafür sein könnte, dass Ärztinnen lieber Ärzte heiraten als Krankenpfleger. Dass eine Unternehmerin keinen Frisör heiratet und eine Juristin keinen Spengler datet.

Marcia Inhorn erklärte in besagtem Artikel, dass es zwischen Frauen* und Männern* nicht bloß den Gender Pay Gap gibt, sondern auch einen sogenannte „Mating Gap“. Soviele Spalten, es muss höllisch aufgepasst werden, nicht irgendwo hinein zu fallen. Der „Mating Gap“ besagt, dass es für gebildete Frauen* auf der ganzen Welt zu wenig Männer* gibt die „auf Augenhöhe“ stehen, so Inhorn. Es schließen immer mehr Frauen* Universitätsausbildungen ab. Weitaus mehr als Männer*. Und diese Frauen* finden dann keine ebenso gut ausgebildeten Partner. Weil es sie nicht gibt. Dadurch entstehe, so Inhorn, eine sogenannte „Paarungslücke“.

Jetzt einmal in aller Offenheit: Ich denke, eine Paarungslücke ist besser als eine Zahnlücke. Gut ausgebildet zu sein schafft finanzielle Stabilität und die Möglichkeit für Frauen* komfortabel zu leben. Und das ist wichtiger, als „sich zu paaren“. Ich finde diese ganzen Termini hochinteressant. Feminist*innen, Wissenschaftler*innen und andre kluge Frauen* sprechen ständig von „Lücken“ „Spalten“ und „Ladungen“. „Mental Load“ „Gender Pay Gap“ „Mating Gap“. Und immer wieder beschleicht mich das Gefühl, die Ladungen werden zwar fleißig benannt, aber nach wie vor bereitwillig getragen und ertragen. Anstatt sie eben abzuladen. Die Lücken werden befüllt, anstatt sie einfach Lücke sein zu lassen! Eine Leerstelle kann gut tun. Wieso muss von „Paarungslücke“ gesprochen werden? Womöglich ist es eine gesunde „Paarungsleerstelle“ wenn Frauen nicht mehr den Drang oder gesellschaftlichen Zwang verspüren gebären zu müssen. Es gibt bereits viele Kinder auf der Welt, die Hilfe und ein liebevolles Zuhause brauchen. Und um es mit den Worten der Philosophin Donna Haraway zu sagen: “Make kin, not babies.“ „Macht euch verwandt, keine Babys.“ Ist es nicht viel schöner, sich um einen Planeten, das Klima und alle Lebewesen zu kümmern, die bereits da sind? Wieso neue machen? Warum ist es nach wie vor oberste Priorität westlicher Gesellschaften Frauen zum Gebären zu bringen?

Ich denke an eine Arbeit der Künstlerin Valie Export. „Die Geburtenmadonna“. Diese großartige Fotocollage bringt für mich das Märchen rund um die alle Erwartungen erfüllende, moderne Frau* auf den Punkt. Dem Narrativ der glücklich Gebärenden folgend entbindet diese Madonna frische Wäsche. Sie reproduziert. Denn das ist es, was Frauen* zu tun haben. Reproduktive Arbeit leisten. Das ist ihre gesellschaftliche Aufgabe seit der Jungfrau Maria.

Bei der ganzen reproduktiven Arbeit bleibt gar keine Zeit für das worum es geht. Foto © Chris Kroiss 2023

Und wenn ich lese, dass gebildete Frauen* sich mit weniger gebildeten Männern „paaren“ sollen, wundere ich mich darüber. Ich wäre sehr dafür, dass Klassengrenzen auch bei der Liebe überwunden werden, wie es die Anthropologin Marcia Inhorn fordert. Aber nicht aus Fortpflanzungsgründen. Sondern ganz einfach, wegen der Liebe.

Vielleicht macht Liebe viel mehr Spaß, wenn sie frei von Gedanken rund um Status und Klasse ist. Aber nicht so, wie es sich ein alter, weißer 68er vorstellt. Keine „Freie Liebe“ in dem Sinne. Sondern ganz anders. Eine Definition die noch weiter geht. Eine Liebe, die sich von Stereotypen und Sexismen befreit.

Um herauszufinden, wie Liebe tatsächlich frei sein könnte, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, sich am Spielfeldrand besagten Phänomens aufzuhalten. Derzeit ists so, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass alle „eingewechselt“ werden und „ins Spiel kommen“ wollen. Sobald sie dann „im Spiel sind“ rennen sie. Sie rennen all den Regeln nach und kommen dabei ganz schön aus der Puste. Zusammenziehen, heiraten, Kinder kriegen. Es gilt so viel wie möglich im Spielverlauf zu erreichen. Und so sitze ich auf der Bank. Schaue zu und wundere mich. Mir gefällt es ganz gut auf meiner Solo-Bank. Der Trend bewegt sich ohnehin zur „Singularisierung“.

Graffiti. Hab ich gesehn in DER Stadt des Singles, NYC © Chris Kroiss 2023

Die deutsche Journalistin und Autorin, Katja Kullmann beschreibt in ihrem fabelhaften Buch, „Die singuläre Frau“, das Phänomen, dass Frauen* langsam bewusst wird, wie gut sie es eigentlich ohne einen Partner haben. Es gibt bereits unzählige Studien, die zeigen, dass unverheiratete, alleinstehende Frauen* die glücklichsten Menschen unserer Gesellschaft sind. Und vielleicht müssen wir das große Spektrum der Liebeserscheinungen um eine Lebensform ergänzen: Das Solo-sein. Die Beziehung mit sich selber als eine legitime Lebensentscheidung. Es lässt sich nicht leugnen, der Zeitgeist spukt durch Frauen*gehirne. Es liegt etwas in der Luft. Vor diesem Hintergrund ist auch der vergangenen Sommer erschienene „Barbie“-Film zu verstehen. Eine junge Frau, die sich noch mit den Abscheulichkeiten des Patriachats auseinander setzen muss, aber bereits etwas vollkommen anderes lebt. Oder besser: versucht zu leben. Sie ist sich ihrer eigenen Unzulänglichkeit, ihrer Verletzlichkeit bewusst und genau das macht sie so stark. Wie Taylor Swift in ihrem Song „Anti-Hero“ besingt: “It’s me. Hi! I’m the problem, it’s me,“ weiß die Millennial Frau* ganz genau, dass sie absolut imperfekt ist, und das die Bedingungen zwar so gut wie noch nie aber dennoch nach wie vor suboptimal für ein Leben als freie Frau* sind. An dieser Stelle muss erwähnt werden, es sei mir mein weißer Blick verziehen. Ich bin eine Kartoffel und es erscheint mir klüger, women* of colour nehmen sich um diese – alle Frauen* betreffenden Probleme – auf ihre Art an und bringen ihre eigenen Sichtweisen ein.

Ich werde nun spoilern. Also wer den Barbie Film tatsächlich nicht gesehen hat und das noch tun möchte, möge nun aufhören zu lesen. Ich habe mich mit vielen Freund*innen über diesen Film unterhalten. Einige empfanden den surrealen wild ride über das verkorkste Leben einer Plastikpuppe als dürftig interessant. Andere feierten den Film als ein feministisches Meisterwerk. Ich zähle mich zur zweiten Gruppe. Ich sehe, warum der Film kritisiert werden soll und muss. Allerdings schaffte er es, ein kollektives Erleben von Frauen* über ihren Status im Patriarchat zu evozieren. Und das ist eine bemerkenswerte Leistung! Ein Kinosaal voller Frauen*, die alle wissend lachen, weinen und gemeinsam erleben. Alleine dafür ist Greta Gerwig zu danken! Am Ende des Films entscheidet sich Barbie für „das echte Leben“ und gegen die Traumwelt, mit einem Ken, der gespielt von Ryan Gosling schreiend komisch die liebenswerte Klischee-Hetero-Unfähigkeit eines jeden Basic Hans auf den Punkt bringt. In der letzten Szene des Films geht Barbie in Birkenstock Schlapfen zum Frauenarzt. Sie macht ganz normales Zeug, das „ganz normale Frauen*“ machen. Nichts daran ist außergewöhnlich. Und vielleicht ist das, neben der feministischen Aussage des Films noch eine weitaus relevantere: Barbie macht nix Außergewöhnliches. Und sie ist genug. Sie mag ihre Probleme haben. Keinen Plan, keinen Job und keinen Mann*. Aber das passt schon alles so. Sie ist OK. So wie sie ist. Wenn wir uns einfach alle so lassen könnten, wie wir eben sind, vielleicht wäre das mit den Beziehungen dann auch irgendwie einfacher. Dann würden sich Menschen lieb haben. Nicht Kategorien und Vorstellungen über die Rolle des jeweils anderen. Mann-Frau; Hobby-Hobby; Statussymbol-Job; Oder in Orten ausgedrückt: Eine Eigentumswohnung ein Landhaus, ein Beisl eine Würstelbude, eine Gemeindewohnung ein WG-Zimmer oder ein Tennisplatz einen Swimming Pool. Denn wir treffen unsere Liebesentscheidungen nicht in einem Vakuum aus Gefühl und Ehrlichkeit. Genderrollen in Verbindung mit Klasse spielen eine erhebliche Rolle! Wenn wir das hinter uns ließen …

Wenn wir ein bisschen entspannter sein könnten mit uns selber und den Menschen die wir begehren. Wenn Liebe nicht mehr dazu da wäre, Treffer zu landen am Spielfeld der großen Erwartungen und Träumereien. Dann wäre sie womöglich gar nicht mehr so dumm, wie Lady Gaga singt.

Zungenkuss, 100 x 79 cm, Acryl auf Leinwand, 2023

Quellen:

Artikel, „Frauen sollten sich mit weniger gebildeten Männern abgeben“ FALTER 34/2023 VOM 22.08.2023

Die Singuläre Frau. Katja Kullmann. Hanser Berlin. 2. Auflage. 2022.

*** das meine ich als Kompliment. Ich schätze Kim Kardashian. Genauso den Falter.

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Autor: chriskroiss

  • Liebe, Kunst und Klasse 5.6.2023 Wir brauchen einander. Soviel steht fest. Innerhalb der Gesellschaft brauchen Männer* Frauen*, die Alten brauchen die Jungen und umgekehrt, Kinder brauchen Eltern und Erwachsene brauchen Kinder. Der Mensch ist ein soziales Wesen, schon immer gewesen. Es geht uns nicht gut, wenn wir uns einsam fühlen, wenn wir das Gefühl haben,…